Abgabepflicht Künstlersozialkasse (KSK)

Was ist die Künstlersozialkasse?

Das am 01.01.1983 in Kraft getretene Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) bietet selbstständigen Kreativen und Publizisten, bei Vorliegen der Voraussetzungen, sozialen Schutz in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Versicherte nach dem KSVG zahlen wie Arbeitnehmer 50 Prozent der Versicherungsbeiträge. Die andere Beitragshälfte trägt die Künstlersozialkasse (KSK).

Von den 50 Prozent, die die KSK zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung beisteuert, übernimmt der Bund 20 Prozent. Die übrigen 30 Prozent kommen von Unternehmen, die Werke und Leistungen selbstständiger Künstler und Publizisten gegen Entgelt in Anspruch nehmen.

Für welche Leistungen müssen KSK Beiträge gezahlt werden?

Im § 2 KSVG steht: „Künstler im Sinne dieses Gesetzes ist, wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt. Publizist im Sinne dieses Gesetzes ist, wer als Schriftsteller, Journalist oder in anderer Weise publizistisch tätig ist oder Publizistik lehrt.“

Sobald also Leistungen in Auftrag gegeben werden, die von Personen des genannten Kreises erbracht werden, (beispielsweise Grafiker, Illustratoren, Fotografen, Filmemacher, Werbeagenturen, Layouter, Texter) sind Beiträge zu zahlen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob diese selbst in der KSK versichert sind! Der Status beim Finanzamt hat mit der Abgabe nichts zu tun: für den Grafiker, der vom Finanzamt als Gewerbetreibender eingestuft worden ist, fällt gleichermaßen Abgabe an wie für den Freiberufler. Auch wenn der Künstler ständig im Ausland tätig ist oder im Ausland seinen Wohnsitz hat, besteht für das beauftragende Unternehmen Abgabepflicht.

Wie sieht die Künstlersozialabgabe für Auftraggeber aus?

Die Abgaben für die Künstlersozialkasse werden nicht automatisch erfasst oder eingezogen. Seit 2015 werden bei Betriebsprüfungen jedoch vermehrt Rechnungen geprüft, ob sie gegebenenfalls abgabepflichtig sind. Falls ein Betrieb bislang keine oder eine zu niedrige jährliche KSK-Abgabe abgeführt hat, wird eine Nachzahlung fällig.

Um dem zu entgehen, ist es am einfachsten, sich über  www.kuenstlersozialkasse.de einen Fragebogen zur Prüfung der Abgabepflicht und der Höhe der Abgabe nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz zu holen und auszufüllen

Wie hoch ist die Abgabe zur Künstlersozialkasse?

Die Abgabe wird in Form eines Prozentsatzes von den Entgeltzahlungen an selbständige Künstler und Publizisten erhoben und wird jedes Jahr durch die Künstlersozialabgabe-Verordnung vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales neu festgesetzt. Die Abgabe beträgt im Jahr 2017 4,8 Prozent. Im Jahr 2018 wird sie bei 4,2 Prozent liegen (Neuerungen der Prozentsätze kann man direkt über die Künstlersozialkasse erfahren.)

Wo kann ich weitere Informationen erhalten?

Informationen für Künstler und Publizisten, sowie für Unternehmen und Verwerter gibt es auf der Webseite der Künstlersozialkasse. Auch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat eine Broschüre zur Künstlersozialkasse zusammengestellt.

Stand: Oktober 2017